Archiv 2006

Dezember 2006: Schöner Abschluss einer emotionalen WM-Saison

Liebe Freunde der Dressurreiterei,

welch ein Jahr liegt hinter uns! Die Weltreiterspielen zählten zu den schönsten und emotionalsten Veranstaltungen für Sportler und Zuschauer.

Ich persönlich habe einige Highlights im vergangenen Jahr erlebt und freue mich jetzt, mit meiner Familie einige geruhsame Tage verbringen zu können.

Ich möchte noch gern auf einige Dinge eingehen:

Unheimlich stolz bin ich auf eine Auszeichnung, die mir zu Beginn des Monats zuteil wurde: Den goldenen Astley-Preis. Die Akademie Astley hat sich zusammen mit der französischen FN (FFE) zum Ziel gemacht, die Dressurreiterei den Menschen in Frankreich nahe zubringen. Denn das Dressurreiten ist der Einstieg in jede reiterliche Disziplin, dies sollte gefördert werden. Besonders freue ich mich darüber, dass ich diesen erstmals ausgeschriebenen Preis, der in verschiedenen Kategorien vergeben wird, von dieser sehr sinnvollen Einrichtung erhalten habe.

Auch meine Heimatstadt Waiblingen hat mich ausgezeichnet - mit der Silbernen Sportplakette. Herzlichen Dank dafür.

Für uns Reiter ist eine Tabelle von besonderer Bedeutung - die Weltrangliste. Derzeit habe ich Rang 14 inne. Meine beste Platzierung bisher! Das ist ein kleines Weihnachtsgeschenk, das ich mir selbst bereitet habe.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel - das sagen die alten Fußball-Kenner. Diese Weisheit gilt auch für uns. Ich möchte gern den Blick auf eine wichtige Meisterschaft im kommenden Jahr lenken: Die Europameisterschaft der Junioren und Jungen Reiter in der Dressur (10. bis 15. Juli 2007) in Nussloch. Gern habe ich die Bitte angenommen, dort neben Lone Jörgensen und Martin Schaudt als "Botschafterin" aufzutreten. Halten Sie sich den Termin frei - unser Nachwuchs hat Ihre Unterstützung verdient.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen geruhsame und frohe Festtage und einen guten Start ins Neue Jahr. Bei meinen Fans in aller Welt möchte ich mich besonders für die lieben Zuschriften bedanken. Ich werde mich auch weiterhin bemühen, Ihnen Freude zu bereiten.

Viele Grüße, Ihre Karen Tebar

November 06: Schöner Saisonabschluss in Stuttgart

Das Stuttgarter Turnier in der Schleyerhalle ist in jedem Jahr ein besonderes Highlight für uns Reiter. Hier sind die besten am Start (www.stuttgart-german-masters.de). Über meinen 3. Platz im Grand Prix und den 6. Platz im Grand Prix Special zum Saisonende habe ich mich sehr gefreut. Falada war sehr gut in Form. Besonders gut waren die schwungvolle Trabtour und die Piaffen. Im Grand Prix gelangen uns die beiden Pirouetten excellent, eine davon wurde sogar mit einer "9" bewertet! Die Atmosphäre in der Halle war wie immer super. Die Zuschauer applaudierten bei jedem Teilnehmer.

Oktober 06: Karen Tebar ist Französische Meisterin der Dressurreiter

Die Fahrt war lang, über 2000 Kilometer insgesamt, aber sie hat sich für die Reiterin und ihre Familie allemal gelohnt: Bei ihren ersten französischen Meisterschaften wurde Karen Tebar (Reiterverein Waiblingen) ihrer Favoritenrolle gerecht und siegte mit ihrer 15 Jahre alten Fuchsstute Falada vor ihrem WM-Mannschaftskollegen Hubert Perring und Odile van Doorn. "Meine Vorbereitung war eigentlich optimal", freut sich die neue Championesse. "Nach den Weltreiterspielen haben wir pausiert, dann den Elitepreis in Affalterbach als Generalprobe genutzt." Dort hatte sie eine Woche vorher, quasi als "Generalprobe" das Turnier mit zwei dritten Plätzen beendet (Grand Prix und Grand Prix Special) und sich nur dem Bayern Ludwig Zierer und der Doppel-Weltmeisterin Isabell Werth geschlagen geben müssen. In Frankreich war Karen Tebar die Nummer eins: Im Grand Prix lief es schon sehr gut für das Paar, wo es mit deutlichem Abstand siegte. Die beste Leistung folgte dann im Grand Prix Special. Darüber kommt die Reiterin ins Schwärmen: "Das war sehr wichtig für mich, denn die schwierigen Passagen von Aachen, die Piaffe aus dem Schritt zum Beispiel, klappten bestens. Der Knoten ist wieder geplatzt."

Knapp acht Prozentpunkte Vorsprung hatte sich Karen Tebar herausgeritten. "Die benötigten wir auch, denn die Kür-Atmosphäre in der Halle liegt meiner Stute überhaupt nicht." Als es laut wurde, das Publikum die Starter frenetisch begrüßte und die Luft knisterte, machte Falada deutlich, dass ihr diese Stimmung nicht behagt. Platz fünf in der Kür reichte dennoch zum unangefochtenen Sieg. "Das war ein wunderbares Dressurfestival mit über 500 Startern von der A- über die L-Dressur bis hin zu den schweren Prüfungen. Bei einer riesigen Siegerehrung wurden alle zusammen geehrt. Ich habe das Wochenende sehr genossen." Bisher wollte die Reiterin ihrem Pferd die Strapaze nach der langen Turniersaison nicht antun. Doch in diesem Jahr war der Turnierkalender nicht so voll gepackt - und die Franzosen freuten sich über den Start ihrer Trikolore-Reiterin. Karen Tebar: "Ich wollte mich dort zeigen und bin sehr froh, dass es geklappt hat. Der Empfang war gigantisch. Es ist wirklich schön, für Frankreich reiten zu dürfen."

August / September 06: Weltreiterspiele in Aachen: sagenhafte Atmosphäre, einmaliges Erlebnis

Die Teilnahme bei den Weltreiterspielen in Aachen war für mich ein ganz einmaliges Erlebnis. Nach den guten Ergebnissen bei internationalen Turnieren in diesem Jahr hatte ich mir auch in sportlicher Hinsicht einiges vorgenommen. Das Turnier begann perfekt für mich: In der ersten Wertungsprüfung, die für die Mannschaft zählte, belegte ich mit meiner Frieda einen sehr guten elften Platz und erhielt 70,8 Prozentpunkte. Damit konnten wir entscheidend dazu beitragen, dass unser französisches Team den siebten Platz belegte, ich qualifizierte mich für den Grand Prix Special. Mein erstes Ziel war damit erreicht, ich konnte die Atmosphäre genießen. Der Eindruck war für alle Reiter überwältigend: die Kulisse im riesengroßen Stadion, jeder Aktive, ganz egal, für welches Land er auch an den Start ging, wurde herzlich empfangen und mit großem Applaus verabschiedet. Dies war ein Höhepunkt in meiner sportlichen Karriere.

Freitags hatte ich beim Einritt noch ein sehr gutes Gefühl. Nach der überragenden Anfangstour und einem sehr guten Schritt passierte uns jedoch ein großer Patzer bei der ersten Piaffe. Danach waren zwar wieder schöne Lektionen zu reiten, aber der Faden war wohl gerissen. Nach zwei weiteren Fehlern reichte es leider nur für den 25. Platz. Damit war ich nicht mehr für die Kür qualifiziert.

Aachen war trotzdem toll, beeindruckend und sicherlich unvergesslich. Dass mir gerade dort ein solches Missgeschick passiert, ist zwar ärgerlich und schade, aber auch damit muss man in unserem Sport leben und daraus lernen. Insgesamt bin ich sehr glücklich, bei diesem Riesenevent mit seiner unglaublichen Stimmung dabei gewesen zu sein.

Juli 06: Karen Tebar bereits in WM-Form

Die Vorbereitungen zu den Weltmeisterschaften der Reiter im August laufen auf Hochtouren. Beim Dressurfestival in Lingen wollten die Dressurreiter die Form ihrer potentiellen WM-Teilnehmer überprüfen. "Sehr gut in Schuss", urteilte dabei die Waiblingerin Karen Tebar über ihr WM-Pferd Falada M. Die beiden belegten bei einer neu einstudierten Grand Prix-Kür einen hervorragenden vierten Platz hinter den favorisierten Nadine Capellmann (Elvis), Hubertus Schmidt (Wansuela Suerte) und der Holländerin Anky van Grunsven, die Krack gesattelt hatte. "Ich freue mich besonders, weil wir unsere neue Choreografie zum ersten mal unter Turnierbedingungen getestet haben", sagte Karen im Anschluss an die Siegerehrung. "Musik und Umsetzung sind bei den Richtern offenbar gut angekommen." Vater Willy Schetter, der ebenfalls für den RV Waiblingen startet, stand der Tochter nicht nach und wurde in einer Intermediaire I ebenfalls vierter auf seinem Dream a little Dream.

Pfingstturnier Wiesbaden 2006: Zweiter Platz und wertvolle Auszeichnung

Sie wusste nicht, worüber sie sich mehr freuen sollte: Über den zweiten Platz im Grand Prix mit der Gesamtnote 73, 83 Prozent hinter dem Dänen Andreas Helgstrand oder der besonderen Ehrung für den vorbildlichen Umgang mit dem Partner Pferd. Karen Tebar genoss beide Auszeichnungen sichtlich, wobei sie "sehr stolz darüber" ist, dass sie den erstmals vergebenen Ehrenpreis "L´Ami de Cheval" entgegennehmen durfte. Eine unabhängige Jury hatte in den Tagen des Wiesbadener Turniers die Dressurreiter beobachtet und die Entscheidung einstimmig gefällt. Karen Tebar erhielt ein wertvolles Schmuckstück in Form von Sporen aus Gold und Silber, mit diamantbesetzten Rädchen. Gestiftet wurde er vom Schweizer Juwelier und Pferdefreund Robert Lualdi. "Dieser Preis wird einen Ehrenplatz bei mir erhalten", versprach die Beschenkte.

22.5.06: Karen Tebar löst Ticket zur WM in Aachen

In der "Höhle des Löwen", dort, wo in drei Monaten die Weltmeisterschaften im Dressurreiten stattfinden, hat sich die für Frankreich startende Waiblingerin Karen Tebar wieder hervorragend geschlagen: Mit der zweitbesten Note, die sie jemals auf ihrer kleinen schicken Stute Falada M erritten hat, belegte sie im Grand Prix den zehnten Platz hinter den ganz ganz großen Namen des Reitsports (Nadine Capellmann, Isabell Werth, usw.) Im Grand Prix Special, den die 30 besten Starter des Turniers reiten durften, belegte sie den 8. Platz, in der Kür der besten 15 Reiter wurde sie 11. "Ich bin wirklich sehr zufrieden mit meinem neunten Platz im Gesamtklassement", zog die Reiterin ein Fazit. "Besonders schön ist es, dass ich wie im Vorjahr nicht nur bis ins Finale der besten 15 gekommen bin, sondern jedes Mal in die Platzierung geritten bin - in Aachen auf dem Hauptplatz ein ganz besonderes Erlebnis." Nun ist es auch offiziell - mit diesen Ergebnissen ist die für den Reiterverein Waiblingen startende Karen Tebar für die französische Mannschaft bei den Weltreiterspielen in Aachen gesetzt und muss nicht mehr an den Frankreich-internen Qualifikationsturnieren teilnehmen.